Die Ausgangslage
B2B-Parfümlabor in Frankreich, spezialisiert auf maßgeschneiderte Düfte für Luxusmarken, Hotellerie und Kosmetikhäuser. Die Gründerin ist ausgebildete Parfümeurin, mehr als zwanzig Jahre im Métier und in der Fachszene ein Name. Jenseits dieser Szene aber kaum bekannt. Neue Mandate kamen über Empfehlungen herein und einmal jährlich über eine große Fachmesse. Zwischen den Veranstaltungen verstummte die Pipeline. Kaltakquise per Mail an die Creative Directors großer Luxushäuser blieb unbeantwortet. Die Arbeit hatte mehr Resonanz verdient.
Unser Vorgehen
Von Beginn an war das ein Personal-Branding-Projekt. Die Gründerin brachte die Expertise mit und, was entscheidend war, sie wollte es selbst. Überzeugen musste man sie nicht. Es ärgerte sie, dass ihr Wissen nur bei Leuten ankam, die sie ohnehin kannten.
Die ersten zwei Wochen flossen ins Positioning. „Gründerin eines Parfümlabors" war zu generisch. Wir landeten bei einer schärferen Klammer: die Wissenschaft und das Bauchgefühl hinter Düften für Luxusmarken. Damit konnte sie über das schreiben, was sie ohnehin den ganzen Tag beschäftigt.
Ihre Beiträge handelten von der Beschaffung bestimmter Rohstoffe aus ihren Herkunftsregionen, davon, wie aus einem Briefing über mehrere Korrekturschleifen ein fertiger Duft entsteht, und davon, warum manche Dufttrends aus der Mode in die Hotellerie überspringen, während andere wieder verpuffen. Sie schrieb über einen Besuch auf einer Bergamotte-Plantage in Kalabrien. Auch darüber, was passiert, wenn im Briefing eines Kunden steht: „etwas, das nach Vertrauen riecht" (das kommt offenbar häufiger vor, als man meint).
Solche Texte fallen nicht aus einem Redaktionskalender. Sie wuchsen aus ihrem Alltag. Wir gaben ihnen Form, kürzten und übernahmen Planung und Veröffentlichung. Die Stimme blieb durchgängig ihre.
Parallel lief die Unternehmensseite mit Einblicken in den Entwicklungsprozess, in die Beschaffung der Rohstoffe und mit Notizen aus laufenden Projekten.
Ein Beratungsmandat verankerte die Strategie in den geschäftlichen Zielen. Dazu ein Workshop zum idealen Kundenprofil, der Aufbau einer Botschaftsarchitektur und eine Sechs-Monats-Roadmap, die das Team eigenständig weiterführen konnte.
Das Ergebnis
2.400 Follower in vier Monaten. Zwei Beiträge übersprangen die 8.000-Impressionen-Marke. Die Unternehmensseite legte 480 Follower zu. Ehrlich gesagt war das langsamer als in vielen anderen Mandaten. Die Zielgruppe aber ist extrem schmal. Luxusparfümerie ist kein Massenmarkt.
Was für sie zählte: eingehende Nachrichten einer Luxuskosmetikmarke und einer internationalen Hotelgruppe. Beide baten um Entwicklungsangebote. Ohne Kaltakquise. Ohne Messekontakt.
„LinkedIn ist die Fachmesse, die nie schließt."